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Auf dieser Seite versuche ich, Ihnen das Thema Ziele im Zusammenhang mit Projekten näher zu bringen. Warum ich das tue? Weill über 33% der Projekte nicht wie "erwartet" abgeschlossen werden.

Einer der Hauptgründe sind FALSCHE ZIELE! Mir ist aufgefallen, dass meistens weder der Projektleiter noch der Auftraggeber weiss, was Ziele sind. Ziele sind messbar zu machen! Das Zauberwort heisst: operationalisieren.

Eines vorweg: Jeder Projektleiter ist selber Schuld, wenn er die Ziele nicht erreicht oder wenn der Auftraggeber ihm vorwirft, dass er nicht das gemacht hat, was im Auftrag stand. Die Erstellung des Projektauftrags ist ein Zusammenspiel von Auftraggeber und Projektleiter. Dieser Prozess gipfelt im „Kick Off“ (nicht zu verwechseln mit der ersten Projektsitzung)

 

Begriff

 

Bedeutung

 

Ziel

 

Ziele sind Aussagen darüber, was mit einer zu gestaltenden Lösung und was auf dem Weg zu dieser Lösung erreicht, bzw. vermieden oder beibehalten werden soll.

 

         
Projektziel   Der Begriff „Projektziel" lässt an die Projektdefinition der DIN 69900 denken, in der die Zielvorgabe als eines der Merkmale eines Projekts beschrieben wird. Eine nähere Erläuterung findet man in zwei weiteren DIN-Normen, nämlich:
• Projekt-Zielstellung: durch das Projektziel werden die Aufgabenstellungen und der Durchführungsrahmen des Projektes festgelegt (DIN 69901)
• Ein Projektziel ist ein nachzuweisendes Ergebnis und/oder eine vorgegebene Realisierungsbedingung der Gesamtaufgabe eines Projektes (DIN 69905)

Betriebswirtschaftlich kann man allgemein unter einem Ziel einen „Zustand der realen Umwelt (Sollzustand), der von den wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern als wünschenswert angesehen wird" verstehen (GABLER 1992, S. 3888). In diesem Sinne wäre lediglich das Projektergebnis das Ziel, der Durchführungsrahmen bzw. die Realisierungsbedingungen wären nämlich einzuhaltende Nebenbedingungen (Restriktionen). In Anlehnung an die Projektmanagement Literatur soll allerdings auch hier bspw. bei den Vorgaben „Kosten von nicht mehr als x sFr. zu erzeugen" oder „nicht später als zum Zeitpunkt y fertig werden" von Zielen und nicht von Restriktionen gesprochen werden.
 

 

 

 

 

 

Zielformulierung

 

Der Zielformulierung kommt eine grosse Bedeutung im Problemlösungsprozess (vgl. Problemlösungszyklus) zu. Ziele sollen die Lösungsfindung steuern und nicht - wie man das zuweilen antrifft - nachträglich erfunden werden, um irgendwelche Massnahmen zu rechtfertigen. Beschreiben Sie Ziele und nicht Lösungen! Ziele liegen nicht auf der Hand, sondern sie müssen erarbeitet werden, d.h. sie müssen formuliert und allen am Problemlösungsprozess Beteiligten bekannt und von ihnen akzeptiert sein

 

 

 

 

 

 

Ziele operationalisieren

 

Ziele sollen möglichst eindeutig und messbar formuliert sein (= operationalisieren). Ein Ziel, das nicht operationalisiert ist, kann kein Muss-Ziel sein. Denn bei Muss-Zielen ist der Zielerfüllungsgrad eindeutig mit ja oder nein beantwortbar.

 

 

 

 

 

 

Zielhilfsgrösse:
Massstab

 

Die Messgrösse für die Zielerreichung bzw. den Zielerreichungsgrad muss definiert werden. Dabei können normierte Masseinheiten verwendet werden wie z.B. Kilogramm, Liter pro 100 km, Stück pro Stunde, Leistung in PS, Fr etc.. Oft muss der Massstab selber definiert werden (z.B. Durchlaufzeit vom Eingang der Anfrage bis die Offerte erstellt ist gemessen in Stunden).

 

 

 

 

 

 

Zielhilfsgrösse:
Ausmass

 

Definiert die als zweckmässig erachtete Zielgrösse, z.B.:

  • Liter pro 100 km 10
  • Durchlaufzeit in Stunden 5

 

 

 

 

 

 

Zielhilfsgrösse:
Eigenschaft

 

Definiert die erwünschte Eigenschaft, z.B. minimal, maximal, im Durchschnitt, höchstens, im Normalfall.

 

 

 

 

 

 

Beispiele für Zielhilfsgrösse

 

Ziel

Massstab

Ausmass

Eigenschaft

 

 

 

 

Produktionskapazität

Anzahl stück pro Stunde

1500

minimal

 

 

 

 

Wartungskosten

Fr. pro Quartal

2000.00

maximal

 

 

 

 

 

 

Merksätze zur Zielformulierung

 

Ein Zielsystem soll:

  • lösungsneutral sein
  • alle Wirkungen berücksichtigen (positive und negative)
  • möglichst viele Aspekte berücksichtigen (Zielideen suchen)
  • strukturiert aufgebaut sein (Zielstruktur aufbauen)
  • nicht zu umfangreich sein
  • nicht zu hoch/zu tief angesetzte Ziele enthalten
  • operationell formuliert sein (Ziele operationalisieren)
  • gewichtet sein (Ziele gewichten)
  • möglichst konfliktfrei sein (Zielsystem analysieren)
  • vom Auftraggeber genehmigt sein (Zielentscheid)

 

 

 

 

 

 

Muss Ziele

 

Muss-Ziele sind Ziele, die unbedingt erfüllt werden müssen (KO-Kriterien, Rahmenbedingungen, Restriktionen). Lösungen, die gegen Muss-Ziele verstossen, werden nicht weiter verfolgt.

Die Muss-Ziele schränken die Lösungssuche stark ein. Es sollten deshalb einerseits nicht zu viele, andererseits nur operationell formulierte sein.

Bei der Definition von Muss-Zielen können zusätzliche Kann-Ziele, Wunsch-Ziele entstehen. Beispiel:

  • Investitionen maximal Fr. 15000.-- (Muss-Ziel)
  • Investitionen so gering wie möglich. Wenn möglich <100'000.- (Kann-Ziel)

 

 

 

 

 

 

Ziel Art

 

Muss (diese sind zu operationalisieren)
Kann  (können offen gehalten werden, müssen aber gewichtet werden. Gut ist, wenn auch diese operationalisiert werden)

 

 

 

 

 

 

magischen Dreieck des Projektmanagements

 

 

Leistung <--> Kosten <--> Termin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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